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Unser Ohr

Wie funktioniert unser Ohr?

Hören ist ein komplexer Vorgang. Geräusche in der Umgebung verursachen Schwingungen der Luftmoleküle, so entstehen Schallwellen. Diese Schallwellen werden von der Ohrmuschel aufgenommen und durch den Gehörgang zum Trommelfell geleitet. Das Trommelfell wird durch die Schallwellen in Schwingungen versetzt und bringt die Gehörknöchelchenkette, bestehend aus Hammer, Amboss und Steigbügel, in Bewegung. Hier werden die eingehenden Signale verstärkt und an das ovale Fenster, den Eingang zum Innenohr, weitergeleitet. Das Innenohr (lateinisch Cochlea) ist geformt wie ein Schneckenhaus, mit Flüssigkeit gefüllt und enthält ca. 20 000 Haarsinneszellen. Diese Sinneshärchen bewegen sich mit den eintreffenden Schwingungen und wandeln so Schallwellen in Nervenimpulse um, welche über den Hörnerv an das Gehirn gesendet werden. Dort werden sie verarbeitet und interpretiert. Das Gehirn vergleicht diese Impulse mit gespeicherten Informationen und entschlüsselt sie zum Beispiel als Sprache, Geräusch oder Musik.

Hören- eine rund-um-die-Uhr-Aufgabe

Unsere Augen können wir schließen, nicht unsere Ohren: Pausenlos arbeiten sie, selbst im Schlaf. 24 Stunden am Tag nehmen unsere Ohren Informationen wahr, warnen uns vor heranrasenden Autos, lassen uns über Witze lachen oder bringen uns durch Vogelgezwitscher Ruhe und Entspannung.

Tipp:
Da ein Hörverlust meist schleichend beginnt, sollten Sie Ihr Gehör einmal im Jahr bei Ihrem HNO-Arzt oder Hörgeräte-Akustiker überprüfen lassen und auch kleinste Hörprobleme angehen: Denn je früher Sie etwas unternehmen, desto besser.

Bereits vor der Geburt hören wir; vor allem die Stimme unserer Mutter. Bis zum Ende des dritten Lebensjahres reifen die Hörbahnen – je mehr akustische Reize wir wahrnehmen, desto mehr Nervenverbindungen bilden sich. Ein komplexes Netzwerk entsteht.

Das Gehirn prägt sich die Bedeutung von Geräuschen ein; es erlernt sie. Dies ist die Vorraussetzung für die soziale Entwicklung und das Sprachverständnis von Kindern. Aber auch für Erwachsene ist gutes Hören die Basis: Wer andere Menschen kaum mehr versteht, kann nur noch schwer am normalen Leben teilnehmen.

Was hinzukommt: Je schwächer das Hörvermögen wird, desto weniger wird das Gehirn mit wichtigen Informationen versorgt – unser Gehirn verlernt die Fähigkeit zu hören, akustische Signale zu interpretieren!

 

Arten von Schwerhörigkeit

Schallleitungsschwerhörigkeit

Es liegt eine Störung im Bereich der Schallweiterleitung vor. Hier kann zum Beispiel einfach der Gehörgang verstopft sein. Aber auch Mittelohrentzündungen, Defekte an Trommelfell oder Gehörknöchelchen führen zu Hörproblemen.

Schallempfindungsschwerhörigkeit

Dies ist die häufigste Diagnose bei Schwerhörigkeit. Die Schallweiterleitung funktioniert korrekt, aber der Schall wird nicht vollständig verarbeitet. Meist sind die feinen Haarsinneszellen im Innenohr beschädigt, z.B. durch Lärm, altersbedingte Abnutzung oder einen Hörsturz.

Viele Störungen - gerade im Bereich der Schallempfindung – lassen sich mit Hilfe eines geeigneten Hörsystems und Training des Gehörs nahezu vollständig ausgleichen.

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